06.03.2021 – Die schweren Coronazeiten der letzten zwölf Monate und die Perspektiven

Corona bestimmt das (Vereine-)Leben seit mehr als zwölf Monaten. Viele Lebensbereiche sind von den Gefahren durch das Coronavirus und die daraus folgenden Einschränkungen betroffen: einer davon ist das sportliche Vereinsleben. Das Triathlon Team Ratingen 08 hat in seiner virtuellen Mitgliederversammlung den Vorstand bestätigt. Der Vorstandvorsitzende Dr. Burkhard Schmidt äußert sich zur nicht einfachen Situation zwischen neuer Kreativität, Hoffnung und politischen Entscheidungen.

Wie hat sich das TTR-Vereinsleben durch das letzte Coronajahr verändert?

Zu allererst fehlt natürlich das Vereinsleben, also das Sporterlebnis beim gemeinsamen Schwimm-, Rad- oder Lauftraining. Auch sinkt bei einigen Athlet*innen die Motivation dadurch, dass keine Wettkampfziele greifbar sind. Die größten Sorgen bereitet uns allerdings die Situation der Kinder und Jugendlichen, die das genannte gemeinsame Sporttreiben und die fachkundige Unterstützung im Training unbedingt brauchen. Wie viele Kinder dem Sport verloren gehen, werden wir erst nach der Corona-Pandemie sagen können. Aber ich möchte gar nicht ausrechnen, welche Anzahl von Kindern seit März 2020 den Weg zum Sport nicht gefunden oder sich nun vom Sport vielleicht auf Dauer abgewendet hat. Hier wird sicher gesamtgesellschaftlicher Schaden entstanden sein. Da es natürlich in dieser Zeit nur begrenzte Möglichkeiten gibt, wird es umso wichtiger sein, nach der Pandemie Verlorenes wieder aufzuholen. Die Vereine sind bereit, ihren Teil beizutragen, aber es muss ein Wiederaufbaupakt von Stadt, Kreis und Land beschlossen werden. Dazu sollten beispielsweise der Bau und die Instandsetzung von Schwimmbädern und Sportanlagen gehören. Auch wird die verstärkte finanzielle Unterstützung von Vereinen unabdingbar sein.

Thema Finanzen: Wie hat sich die Situation im Verein in den letzten zwölf Monaten entwickelt?

Da haben wir Luft nach oben, um eine gern im Sport benutzte Aussage zu bemühen. Aufgrund des anhaltenden pandemiebedingten Lockdowns hat unser Verein aktuell keinen Hauptsponsor. Ende 2019 liefen viele unserer Sponsorenverträge aus. Die neu akquirierten Partner zogen sich im Frühjahr 2020 – verständlicherweise – aus Unkenntnis der nicht absehbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise vorerst zurück. Ferner ist auch sicherlich für viele ein Hindernis, dass die Perspektive von Wettkämpfen und somit eine Präsentationsplattform fehlt. Thema zwei sind die Mitglieder. Aus dem Land ist zu hören, dass insbesondere die größeren Vereine einen Mitgliederrückgang von etwa zehn Prozent vermelden. Wir haben leider auch einen Mitgliederrückgang zu verzeichnen, aber nicht in ganz so dramatischen Ausmaßen. Da die Vereinsaktivitäten stark eingeschränkt waren und sind, können wir hier die finanziellen Auswirkungen aktuell noch verkraften. Wir hoffen nur, dass sich nicht dauerhaft Menschen aus den Sportvereinen verabschieden.

Welche Perspektiven lassen für 2021 und 2022 hoffen?

Wieder zwei Themen: Für interessierte Partner haben wir interessante Pakete entwickelt, die es Sponsoren ermöglicht, trotz vermutlich fehlender Wettkämpfe effizientes Marketing zu betreiben. Interessierten stellen wir diese gerne vor. Denn man muss immer im Blick haben: auch nach Corona bilden wir Kinder und Jugendliche aus und werden auch als Verein mit unseren Teams lokal, regional und auch national erfolgreich sein. Zudem bemühen wir uns natürlich, unsere Mitglieder bei guter Laune und auch fit zu halten. Wir haben auch für alle Trainingsangebote Hygienekonzepte in der Schublade, sind also vorbereitet auf diverse Vorgaben. Für unsere Leistungssportler ergeben sich darüber hinaus Wettkampfmöglichkeiten, da erste Rennen anstehen. Geplant und bisher nicht abgesagt sind zumindest ein Ländervergleichswettkampf Swim & Run in Darmstadt am 28. März und die DuathlonDM in Halle am 25. April. Um eine weitere Phrase zu bemühen: Unsere Hoffnung stirbt zuletzt. Und wir sind guter Dinge.

Du hast Fragen oder Anregungen, dann schick uns eine Nachricht.